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Schaubeute für ein großes Volk

Schaubeute für ein großes Volk
Schaubeute für ein großes Volk

Von Michael Uhlig

 

Diese Schaubeute dient der Beobachtung eines Bienenvolkes, das sich von imkerlichen Vorgaben wie Rähmchen oder Mittelwänden frei und ungehindert entwickeln kann. Dabei entsteht ein Bienennest, wie es in der freien Natur entstehen würde.

 

In die gezeigte Schaubeute wurde am 05. Mai 2007 ein kleiner Kunstschwarm mit etwas Brut als Bannwabe einlogiert. Auf der Bannwabe befanden sich etwa 50 offene Larven jüngste Brut. Die Bannwabe verwendete ich zum einen, um Schwarm und Königin am Bleiben zu halten und zum anderen, weil ich mir nicht die Mühe machen wollte, nach der Königin zu suchen. Damit ist der Schwarm in der Lage, sich bei Fehlen der Königin selbst eine nachzuschaffen. Weiters wird der Schwarm noch gefüttert, um ihm einen guten Start zu sichern. 

 

Vor allem für die kleinen Besucher ist die Schaubeute ein ungewöhnliches Erlebnis. Aber auch erfahrene Imker haben mit dieser Beute einmal die Möglichkeit, Wildbau in Vollendung zu studieren.

 

 

Ansicht Schaubeute
Ansicht Schaubeute

Für die technisch interessierten

 

Die Schaubeute wurde unter anderem aus zwei Wärmedämmscheiben (Doppelglas) eines ehemaligen Wintergartens angefertigt. Die Doppelglasscheiben wurden von einander getrennt und ergaben dadurch vier Scheiben von 85 X 56 cm.

 

Aufgrund dieser Abmessung ergaben sich allen anderen Maße, also Innenhöhe und innere Grundfläche der Schaubeute. Das Raumvolumen entspricht dadurch in etwa dem einer Magazinbeute mit drei Zargen und sollte dem Volk genügend Platz zur Entfaltung bieten.

 

 

Das Funktionsprinzip entspricht dem einer üblichen Magazinbeute mit Bodengitter, Diagnosebrett ("Windel") und Anflugbrett mit Fluglochkeil. Auf der Oberseite wurden  (auf dem Bild leider im Kasten verborgen und daher nicht zu erkennen) 13 einzelne Leisten mit Abstandshalter eingelegt. Die Leistenstärke entspricht dabei dem Oberträger eines handelsüblichen Rähmchens mit verstärktem Oberträger. Wie man bereits jetzt sieht, bauen die Bienen an den Leisten ordentliche Waben aus (Sie können das Bild anklicken zum vergrößern).

 

Auf den Leisten liegt eine Folie und darüber eine MDF-Platte mit Griff zum hochheben. Darüber schließt sich ein leerer Raum an, hoch genug, um das Volk mit einer Medizienflasche und einem Verdunsterteller mit Ameisensäure gegen Varroa behandeln zu können. Die MDF-Platte wird dazu vorrübergehend herausgenommen. Die Oxalsäurebehandlung erfolgt ebenfalls von oben mit der Träufelmethode in die Wabengassen. Das Ganze wird durch den Außendeckel mit einer Siebdruckplatte ("Schalungsbrett") wetterfest abgeschlossen.

 

Die Schaubeute wurde auf ein 90 cm hohes Gestell montiert. Bei geöffneten Klappen können somit auch groß gewachsene Personen bequem Einblick erhalten. Für die Kleinen zum Beobachten und für den Großen zum bequemen Behandeln des Volkes gibt es die seitlich angebrachte Treppe.

 

Die Klappen der Schaubeute können allseitig geöffnet werden. Die Klappen dienen einerseits dazu, den Brutraum der Bienen zu verdunkeln und vor Hitze und Kälte zu schützen und zum anderen zur zusätzlichen Versteifung der Schaubeute. Sie sind oben mit Bandscharnieren befestigt und werden nach dem Schließen unten mit Flügelschrauben angeschraubt.

Schaubeute für ein kleines Volk

Kleine Zweiwaben-Schaubeute

 

Die im Bild rechts gezeigte Schaubeute ist für ein kleines Volk geeignet. In diese Beute wurde eine Volk einlogiert, das ohnehin als Winterverlust abgeschrieben werden musste: es war bereits von sich aus so schwach, wie Sie es auf diesem Bild sehen. Zum Auflösen zu schade, wenn man eine solche Beute sein Eigen nennt.

 

Vorteil dieser Beutenkonstruktion ist, dass der Beobachter direkt auf die Waben sehen kann. Die Königin lässt sich mit etwas Geduld in jedem Fall finden. Vor allem zum Studium von Details auf der Wabe ist dieser Beutentyp gut geeignet.

 

Der Vorteil für den Imker: Dieser Beutentyp kann auch gut als Hinweisschild für eine Verkaufsstelle verwendet werden, wenn auf den Deckel eine Reklametafel angebracht wird.

 

 

 

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