
Von Michael Uhlig
Guttationswasser sind Wassertröpfchen, die sich an den Blattkanten von Pflanzen bilden. Sie sollten nicht mit Tautropfen verwechselt werden, die sich auf der ganzen Blattoberfläche verteilt befinden.
Guttationswasser wird von vielen Kleinlebewesen und unseren Bienen aufgenommen, da es für sie leicht erreichbar ist.
Leider befindet sich im Guttationswasser von Pflanzen aus mit Insektiziten gebeiztem Saatgut genügend Gift, dass die Bienen an diesem Wasser innerhalb weniger Minuten verenden. Vor allem, wenn die Pflanzen noch klein sind ist die Giftkonzentration noch sehr hoch und das Gefahrenpotenzial für die Bienen ebenfalls.
Von Michael Uhlig
Durch die Bienenhaltung trägt der Imker quasi automatisch zum Naturschutz bei. Unsere Honigbiene hätte ohne menschliches Zutun zum aktuellen Zeitpunkt in Mitteleuropa keine Überlebenschance mehr. Ganz aus Eigennutz macht dies der Mensch nicht, er nimmt sich dafür Honig und andere Bienenprodukte.
Die Honigbiene ist aber nicht nur zur Honiggewinnung da, sie besetzt in unserer Natur die zentrale Rolle des Hauptbestäubers vieler Wild- und Kulturpflanzen. Dies ist schon seit langem bekannt und der wirtschaftliche Nutzen der Bienen, der durch ihre Bestäubungsleistung erbracht wird, ist ebenfalls sowohl wissenschaftlich als auch empirisch belegt: In vielen Gegenden der Erde werden vor allem in landwirtschaftlichen Monokulturen Bestäubungsimker dafür bezahlt, dass sie mit ihren Bienen zu den Feldern fahren, um diese bestäuben zu lassen. Aber auch in Kulturen unter Glas kommen speziell dafür konditionierte Bienenvölker zum Einsatz, um z.B. Paprikapflanzen zu bestäuben.
Ein Imker (Kalifornien/USA) erhielt 2005 für ein einzelnes Volk, das er in die Mandelblüte stellt, im Durchschnitt 50,--US$ (in der Saison 2006 wurden zwischen 75,-- und 120,-- US$ erwartet, Quelle: Capitalpress, für 2007 bereits bis zu 250,-- US$). Der Mehrverdienst des Farmers durch den höheren Mandelertrag muss ein mehrfaches dieser Prämie betragen, sonst ist es für diesen uninteressant. Legt man den aktuellen Erzeugerpreis für Mandeln zu Grunde (2007: ca. 0,42 US$/kg. Quelle: NASS, USDA) bedeutet dies implizit einen Mehrertrag von rund 120 kg, den ein einzelnes Bienenvolk durch seine Bestäubungstätigkeit ermöglicht, um nur diese Bestäubungsprämie zu rechtfertigen. Der tatsächliche Mehrertrag dürfte somit bei mind. 200 kg/Volk liegen, um auch Wetter- und Handelsrisiken abzudecken.
Dies ist nur ein Beispiel für den nachgewiesenen wirtschaftlichen Nutzen, den die Bienen stiften. Weltweit ist die Bestäubungsimkerei ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Landwirtschaft an sich und damit auch ein großes Geschäft für die Imker: Ein Bestäubungsimker führt nicht selten um die 2.000 Völker und mehr wärend einer Saison.
Auch in Deutschland hat die Bestäubungsimkerei eine lange Tradition, vor allem in den neuen Bundesländern. Hier wurden den Imkern zu DDR-Zeiten über jahrzehnte attraktive Prämien für die Bestäubungsimkerei bezahlt.
Inzwischen hat sich dies in Deutschland leider gewandelt: Es werden kaum noch Prämien bezahlt und die Saatguterzeuger arbeiten an gentechnisch veränderten Pflanzen, die unter anderem in der Lage sind, sich selbst zu bestäuben. Dies ist wie die sog. Grüne Gentechnik insgesamt kritisch zu betrachten, denn bis heute ist es nachweislich nicht gelungen Lebewesen auszubringen, die sich wie vom Menschen vorgesehen verhalten (Mais überlebt den Winter in unseren Breiten) oder ihren Lebensraum nicht verlassen (Raps findet sich plötzlich in Gegenden wieder, in denen er noch nie angebaut wurde) und einige ausgewilderte Papageienarten und exotische Wassertiere halten sich in einigen Gegenden Deutschlands schon seit jahrzenten in freier Wildbahn.
Naturschutz und wirtschaftliche Interessen sind kein Widerspruch. Vielmehr kann Naturschutz besonders effektiv dann verwirklicht werden wenn es gelingt, wirtschaftliche Interessen und Naturschutzziele zu verbinden. Ob es dazu der Gentechnik bedarf, ist eine andere Frage. Das besondere Risiko tragen wir alle. Aus wirtschaftlicher Sicht hat der Verbraucher keine Vorteile von der Gentechnik, denn der Kostenvorteil bei den Endprodukten beträgt meist nur nur ein paar zentel Cent pro Packung. Auf die gesamte Herstellmenge gerechnet kommen jedoch wirtschaftlich interessante Zahlen zustande und um Mengen in relevanten Größenordnungen herstellen zu können bedarf es nur wenige, hochtechnisierte Werke. Die Konzentration ist in vielen Branchen bereits weit fortgeschritten und schon heute hat der Verbraucher nicht mehr wirklich die Wahl, von wem er was kaufen möchte. Unser Markt ist dabei, vom Nachfrager- zum Anbietermarkt zu werden. Der Naturschutz wird es unter diesen Bedingungen künftig schwerer haben.
Weiterführende Informationen zum Thema:
http://www.tis-gdv.de/tis/ware/nuesse/mandeln/mandeln.htm
http://usda.mannlib.cornell.edu/usda/current/AgriPric/AgriPric-12-28-2007.pdf
http://www.cdfa.ca.gov/phpps/pe/InteriorExclusion/bees.html
Auch interessant, gehört aber nicht zur Imkerei: Alles über Walnüsse:
http://www.mdidea.com/products/new/new073.html