
In manchen Gegenden schlägt ab Ende Januar der Specht zu. Wie hier auf dem Bild werden dadurch die Beuten einschließlich der Rähmchen stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Bienen werden durch die Spechattacke stark beunruhigt was in diesem Fall zum Verlust eines ansonsten normal starken Volk geführt hat.

Von Michael Uhlig
Wildlebende Honigbienen in Europa bevorzugen als Behausung Höhlen in etwa zwei bis 10 m Höhe über dem Boden. Für Bienen optimal ist die Höhle, wenn sie sich in einem hohlen Baum befindet und sich die Höhle von der Höhlenöffnung aus nach oben erstreckt, denn die Bienen hängen ihre Waben immer an die Höhlendecke und lagern ihre Honigvorräte stets oberhalb des Brutbereichs und damit möglichst fern vom Eingang ab. Dieses Bauverhalten ist Teil ihrer Strategie zur Nestverteidigung, denn es kommt vor, dass Feinde an die Honigvorräte kommen wollen. Als Nistplätze sind für Bienen aber auch alle anderen Höhlen interessant, z.B. unter zugänglichen Dächern von Gebäuden, hinter Verkleidungen von Flachdächern, in freien Nistkästen und in natürlichen Felsspalten.
Schon sehr lange macht sich der Mensch die Bienen zu Nutze. Zu Beginn hat er dazu die Bienennester lediglich aufgebrochen die Waben herausgebrochen und den Wabeninhalt (Honig und Larven) verzehrt. Später wurde damit begonnen, Bienenvölker in künstliche Höhlen (ausgehöhlte Baumstämme, Tongefäße, Holztröge, Körbe) anzusiedeln, um sich die Suche nach den Nestern und die oft gefährliche Kletterei zu ersparen. Diese Form der Imkerei hat sich in Afrika bis heute erhalten. Die Bienen können ihre Waben in den neuen Behausungen frei bauen, der Erntevorgang unterscheidet sich nicht von der Entnahme aus der freien Natur: Bei der Honigernte werden die Waben der Behausung herausgebrochen und das Nest zerstört.
Im antiken Griechenland ging man dazu über, die Bienenwohnungen mit Holzleisten auszustatten, damit die Bienen Ihre Waben daran errichten konnten. Damit war der erste Schritt in Richtung beweglicher Waben getan, wie wir sie heute kennen. Bis zu den heutigen Beutensystemen mit ihren beweglichen Rähmchen war es seit dem aber noch ein weiter Weg. Vor allem in Deutschland haben sich dabei unzählige verschiedene Beutensysteme entwickelt. Dies liegt zum einen an der Freude vieler Imker an der Tüftelei, zum anderen lässt sich dies auch geschichtlich begründen: Deutschland war einst ein Flickenteppich aus verschiedenen Kleinstaaten, von denen nicht wenige ihre eigenen Maßeinheiten hatten. Somit konnte sich überhaupt keine einheitliche Beute entwickeln.
Inzwischen ist das Nistverhalten unserer Bienen soweit erforscht, dass es verlässliche Daten gibt, aus denen sich Beutenkonstruktionen ableiten lassen. Hält man diesen sogenannten Bee Space ein (das ist der Raum zwischen den Bienenwaben und zwischen Waben und den Beutenwänden, der von den Bienen nicht für weiteren Wabenbau verwendet wird), so kommt man immer zu sehr ähnlichen Abmessungen von Rähmchen und Beuten. Der Schritt zur kompatiblen Normbeute ist dann nur noch klein.
In der Hobbyimkerei und in der Erwerbsimkerei haben sich in den letzten Jahren die Magazinbeuten durchgesetzt. Der Vorteil dieser Beutensysteme besteht in ihrer Flexibilität und ihrer Mobilität. Die Beuten sind einfach aufgebaut, die einzelnen Teile sind beweglich und austauschbar. Magazinbeuten lassen sich rasch auf ein Fahrzeug aufladen und in ein neues Trachtgebiet bringen. Sie sind robust, wetterfest, und Preiswert zu beschaffen. Was will man mehr?
Aber auch die sogenannten Trogbeuten haben noch Ihre Berechtigung: Vor allem ältere Imker die nicht mehr schwer heben können haben durch diese Beutensysteme noch die Möglichkeit, der Bienenhaltung nachzugehen.
Der Verein der Magazinimker e.V. befasst sich seit vielen Jahren mit der Standardisierung unserer Magazinbeuten. Unter Berücksichtigung der richtigen Bienenabstände (Bee Space) wurde das Ziel, kompatible Systeme zu entwickeln, erreicht.
Die Wichtigsten Beutensysteme sind heute
Bei entsprechender Auslegung der einzelnen Magazine lassen sich 12 Rähmchen im DN-Maß im Warmbau (Waben paralell zum Flugloch angeordnet) in ein Zandermagazin (10 Waben im Kaltbau, also rechtwinklig zum Flugloch angeordnet) stecken. Ebenso können Langstrothmagazine und Zandermagazine in einer Beute miteinander kombiniert werden. Dadurch ist ein einfacher Wechsel von einem Beutensystem auf ein anderes ebenfalls möglich.
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