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Bienen und ihre Verwanden

Biene auf einer Löwenzahnblüte

Von Michael Uhlig

 

Das, was wir weithin als "Honigbiene" kennen ist die Westliche Honigbiene, ein Insekt mit dem Gattungsnamen Apis mellifera. Die Familie der Westliche Honigbiene (Apidae) gehört mit ihren Rassen der Ordnung der Hautflügler an. Ebenfalls in dieser Ordnung befinden sich Insekten wie Ameisen, Wespen, Hummeln oder auch die größte einheimische Bienenart, die Holzbiene. Sie ist selten und bildet als Solitärbiene keine Staaten.

 

Unsere Honigbiene ist eine Vegatarierin. Für ihre körperliche Entwicklung verwendet sie das Eiweiß aus Plütenpollen, die Energie für ihre weiten Flüge gewinnt sie aus Zuckerarten, die sie z.B. aus Blütennektar und stark zuckerhaltigen Sekreten erhält.

 

Im Gegensatz zur Honigbiene sind Wespen und Ameisen Fleischfresser, die zur Fütterung ihrer Brut tierisches Eiweiß benötigen. An dieses Eiweiß gelangen sie z.B. indem sie die Flugmuskeln aus erbeuteten Insekten herausbeißen (Wespen und Hornissen) oder das Eiweiß aus Insekten und anderen, auch toten Tieren direkt verwerten (Ameisen).

 

Für die Imkerei sind in Mitteleuropa die folgenden Rassen der Westlichen Honigbiene interessant:

 

  • Carnica, Apis mellifera carnica, auch Kärntner Biene, natürlich entstanden
  • Ligustica, Apis melliferea ligustica (Südeuropa), natürlich entstanden
  • Buckfast, gezüchtet aus verschiedenen Bienenrassen

 

Ohne imkerliche Bedeutung ist die inzwischen weitgehend verdrängte Dunkle Honigbiene Apis mellifera mellifera oder einfach Nigra genannt. Diese Bienenrasse ist die ursprünglich in Mitteleuropa nördlich der Alpen beheimatete Bienenrasse.

 

 

 

Der Bien

Wabenbau im Innern des Biens. Bitte anklicken zum Vergrößern.

Von Michael Uhlig

 

Das Bienenvolk oder der Bien kann als großer, einheitlicher Organismus aufgefasst werden. Er ist in der Lage, sich durch Schwärmen zu vermehren und er hat wichtige Funktionen für seinen Fortbestand aufgeteilt.

 

Es gibt Wächterbienen, die den Eingang der Behausung gegen fremde Bienen oder andere Insekten verteidigen. Es gibt Flugbienen, die von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang Nektar und Pollen sammeln, es gibt Stockbienen, die sich um die Herstellung von Honig aus dem gesammelten Nektar und um die Brutpflege und Aufzucht von neuen Bienen kümmern. Es gibt Drohnen, die für die Begattung der Königin zuständig sind und zu guter Letzt gibt es die Königin, die sich unermütlich um den Zusammenhalt des Volkes kümmert, indem sie ständig ein Pheromon ausscheidet und täglich bis zu 2000 Eier legt, um die Verluste an einzelnen Bienen auszugleichen.

 

Während eines Jahres durchläuft der Bien verschiedene Entwicklungstadien. Im Fühjahr findet die Durchlenzung statt. In dieser Zeit gehen die Winterbienen ab und das Volk wird mit den kurzlebigeren Sommerbienen verjüngt. Diese Bienen bauen das Volk von etwa April an bis zum Höhepunkt der Schwarmzeit im Mai-Juni zur vollen Stärke von bis zu 80.000 Bienen auf. Jetzt kann es sich das Volk leisten, auf einen Teil seiner Bienen zu verzichten und ihn mit der Altkönigin als Schwarm ziehen zu lassen.

 

Nach der Durchlenzungsphase und der Schwarmzeit neigt sich das Bienenjahr im August mit der Drohnenschlacht bereits wieder dem Ende entgegen.

In der Drohnenschlacht werden die inzwischen nutzlos gewordenen Drohnen aus dem Bien vertrieben und es werden die Winterbienen für die Überwinterung aufgezogen.

Etwa im September sind im Bienenvolk keine kurzlebigen Sommerbienen mehr vorhanden und die Bruttätigkeit nimmt immer mehr ab. In den Monaten November bis Januar ist das Volk normalerweise für einige Wochen brutfrei. In milden Wintern kann es jedoch vorkommen, dass ständig ein kleiner Brutbereich gepflegt wird.

 

 

 

Das Brutverhalten der Bienen

Von Michael Uhlig

 

Die Brutzellen der drei Bienenwesen unterscheiden sich sehr deutlich voneinander.

Für die Aufzucht von Arbeiterinnen verwenden die Bienen die "Normalen" Zellen auf einer Wabe. Diese sind zwar sechseckig, aber denkt man sich eine Kreisfläche mit etwa dem gleichen Flächeninhalt wie ihn das Sechseck hat, so hat eine solche Zelle einen Durchmesser von ca. 5,4 mm. Die Tiefe einer Arbeiterinnenzelle beträgt etwa 10-12 mm. Demgegenüber hat die Brutzelle einer Drohne einen Durchmesser von ca. 6,9 mm und eine Tiefe von ca. 14 mm. Die größte Brutzelle ist die Weiselzelle mit beinahe 2,5 cm Tiefe. In ihr werden die Königinnen aufgezogen.

 

Bedenkt man, dass eine Arbeiterin und eine Königin jeweils aus befruchteten Eiern hervorgehen und die Drohnen aus unbefruchteten Eiern, so stellt sich die Frage, wie es die Königin schafft in der beinahe völligen Finsternis ihrer Behausung die richtigen Eier in die jeweiligen Zellen zu legen. Die Königin ist offensichtlich in der Lage, den Durchmesser einer Zelle zu ertasten. In Zellen mit kleinem Durchmesser legt sie deshalb immer befruchtete Eier, in Zellen mit großem Durchmesser legt sie unbefruchtete Eier. Damit die Königin auch in eine große Weiselzelle ein befruchtetes Ei legt wenden die Bienen einen Trick an: Die Weiselzelle wird zunächst als sogenanntes Weiselnäpfchen angelegt. Dieses ist sehr viel kleiner als die spätere Weiselzelle und hat an der Öffnung den gleichen Durchmesser wie eine normale Arbeiterinnenzelle. Dadurch weiß die Königin, dass in diese Zelle ein befruchtetes Ei gehört. Sobald ein Weiselnäpfchen von der Königin bestiftet wurde, wird es von den Arbeiterinnen zu einer größeren Weiselzelle ausgebaut.

 

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