

Von Michael Uhlig
Die Arbeiterin ist das Tier, das die meisten Menschen als "Biene" kennen. Sie geht aus befruchteten Eiern hervor, die von der Bienenkönigin in Arbeiterinnenzellen abgelegt werden. Der Legevorgang wird auch "Stiften" genannt, weil ein Bienenei in etwa die Form eines kleinen weißen Stifts hat.
Die Arbeiterin kann in der Regel keine Eier legen. Dies wird zum einen durch die Anwesenheit der Königin verhindert und zum anderen dadurch, dass die Arbeiterin nicht die gleichen Bedingungen in ihrer frühen Entwicklungszeit bis zur Verdeckelung der Brutzelle hatte, wie eine Königin.
Manchmal kommt es vor, dass eine Königin verlohren geht und sich die Arbeiterinnen keine neue Königin nachschaffen können. Dann verändern sich bei einzelnen Arbeiterinnen die in jeder Biene noch vorhandenen Eierstöcke soweit, dass sie Eier legen können. Diese sind allerdings unbefruchtet und es gehen deshalb nur Drohnen aus ihnen hervor.
Die Entwicklung dauert vom Ei bis zum Schlüpfen der Arbeiterin insgesamt 21 Tage.
Dieser Zeitraum ist in verschiedene Entwicklungsstufen unterteilt:
Nach dem Schlüpfen übernimmt die Jungbiene verschiedene Aufgaben im Bienenvolk.
In den ersten drei Tagen nach dem Schlüpfen härtet noch der Chitinpanzer aus und die junge Biene reift heran. Bis zum 5. Tag nach dem Schlüpfen putzen die Bienen als Putzbiene leere Zellen und bereiten sie auf eine erneute Bestiftung durch die Königin oder auf die Befüllung mit Pollen oder Honig vor.
Ab dem 5. Tag beginnt die Biene ihre Aufgaben als Ammenbiene. Sie füttert zunächst die ältere Brut um sich nach und nach den immer jüngeren Maden zu zu wenden.

Ab etwa dem 12. Tag beginnt die Junge Stockbiene mit der Wachsproduktion als Baubiene. Sie schwitzt kleine Wachsplättchen zwischen den Schuppen ihres Hinterleibs hervor. Diese werden anschließend verkaut und mit vielen anderen Plättchen zu den bekannten secheckigen Zellen aufgebaut. Dabei werden die Wachsplättchen fast durchsichtig und weiß. Viele einzelne Zellen bilden zusammen eine Wabe.
Vom 15. Tag an unternimmt die Biene erste Orientierungsflüge in der näheren Umgebung ihres Bienenstockes.
Von den bis zu 2000 Bienen, die in manchen Zeiten täglich schlüpfen, werden nicht alle zu Wächterbienen. Deshalb übernehmen nur einige Bienen ab dem 18. Tag diese Aufgabe.
Mit dem 21. Tag werden aber auch die Wächterbienen zur Flug- oder Trachtbiene und fliegen von jetzt an bis zu ihrem Lebensende ständig aus, um Pollen, Nektar und Honigtau zu sammeln.
Die Arbeiterinnen leben im Sommer ungefähr sechs Wochen lang, man nennt sie Sommerbienen. Arbeiterinnen, die etwa ab August erbrütet werden, werden Winterbienen genannt. Als solche haben sie eine Lebenserwartung von etwa sechs Monaten.
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