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Hilfe! Wespen und Wespennester

Hier ein schönes Beispiel für ein Wespennest. Bitte anklicken zum Vergrößern.

Von Michael Uhlig, 2011

 

Wir Imker kennen es schon: Jedes Jahr im August und September erhalten wir Anrufe aus der Bevölkerung mit der Bitte, ein Bienennest weg zu machen.

 

Diese Seite soll Sie darüber informieren, was in einem solchen Fall getan werden kann.

 

Zunächst einmal handelt es sich bei Insektennestern hinter einem Rolladen oder auf einer Bühne immer um Wespennester, wenn sie etwa so aussehen, wie auf dem Bild oben rechts. 

 

Wespen bauen ihre Nester aus Papier, das sie aus alten Holzfasern selbst anfertigen können. Deshalb sehen ihre Nester aus wie aus Altpapier. 

 

Die Tiere selbst sind gelb-schwarz geringelt, etwa so wie die Biene Maja aus dem Fernsehen. Deshalb werden Wespen und Bienen fast immer verwechselt, auch von Erwachsenen...

 

Die nächsten Verwanden der Wespen sind die Hornissen. Bei ihnen handelt es sich eigentlich nur um eine sehr große Wespenart. Wie man auf diesen Bildern erkennen kann, sind die Nester der Hornisse aus deutlich hellerem Material aufgebaut. Dies liegt daran, dass die Hornisse gräftigere Mandibeln hat, als die Wespe und dadurch in der Lage ist, frisches, also helles Holz abzutragen und für ihr Papiernest zu verwenden.

 

Wie eine Biene und ihr Nest aussieht, können Sie in unserer Rubrik "Bienen" betrachten und nachlesen.

 

Was kann ich tun, wenn sich Wespen bei mir eingenistet haben?

 

In einem solchen Fall sollten Sie zunächst kühlen Kopf bewaren. Stört Sie lediglich der Anblick oder besteht wirklich Gefahr für Leib und Leben? Immerhin greifen Wespen und Hornissen normalerweise nicht grundlos an, selbst wenn Sie sehr nah an deren Nester heran gehen. 

 

Hornissen und Wespen bewohnen ein Nest nur für einen Sommer, danach stirbt das gesamte Volk bis auf die jungen Königinnen vollständig ab. Das alte Nest wird im kommenden Jahr nicht mehr neu besiedelt und zerfällt mit der Zeit. Sie können es also im Januar / Februar gefahrlos entfernen, wenn sie es wollen. Wenn Sie erst im September bemerken, dass Sie den Sommer mit einem Wespen- oder Hornissenvolk unter einem Dach gelebt haben ist es eigentlich schon vorbei mit dem Volk. Das Nest jetzt noch zu bekämpfen bringt nichts mehr. 

 

Zudem gibt es in Ihrer Umgebung duzende Wespennester, die Sie nicht bemerken oder finden werden. Deshalb sind um diese Jahreszeit so viele Insekten unterwegs, dass Sie durch die Zerstörung eines Nestes so gut wie nichts erreichen werden.

 

Ein Wort zum Naturschutz: Hornissennester und Hornissen dürfen nicht beschädigt, gestört, zerstört oder getötet werden, denn sie stehen unter strengem Naturschutz. In diesen Fällen sollten Sie sich an die Natuschutzbehörde wenden und eine Umsiedelung beantragen. Hier erhalten Sie dann auch alle weiteren Informationen.

 

Wespennester entfernt ein Kammerjäger. Die Kosten liegen bei etwa ca. 200,--EUR (Stand 2011).

 

Was kann ich tun, wenn sich Bienen bei mir eingenistet haben?

 

In diesem Fall sollten Sie prüfen, ob Sie wirklich ein Bienennest oder Bienenvolk vor sich haben. In manchen Jahren finden sich hunderte Bienen an einem Platz ein, nur um Wasser zu sammeln oder Honigtau. In diesen Fällen genügt es, die Wasserquelle zu entfernen (z.B. den tropfenden Wasserhahn abzudichten) oder den Honigtau von der Pflanze und dem Bereich darunter mit etwas Wasser und Kernseife weg zu spülen. Die Bienen verschwinden dann nach wenigen Stunden von selbst.

 

Bei echten Bienenschwärmen oder Bienennestern hilft Ihnen sicher gerne ein Imker aus ihrer Nähe aus der Patsche. Es sei denn, das Volk hat sich unglücklicherweise so eingenistet, dass man selbst mit einer Leiter nicht heran kommt oder das Volk nur entfernen kann, wenn man Teile der Fassade zerlegt.

 

In diesen Fällen sollten Sie sich überlegen, ob das Volk wirklich so schlimm ist oder ob Sie es nicht an seinem Platz belassen können. Bienen zerstören nichts, sie bauen lediglich vorhandene Hohlräume aus. Bienen kommen auch nicht in Ihre Küche geflogen, es sei denn, Sie hantieren mit größeren Mengen hochprozentigem Zuckerwasser oder reinem Honig herum. Es geht also normalerweise keine Gefahr und auch keine Belästigung von einem Bienenvolk unter Ihrem Dach aus.

 

Bei einem Volk, dass sich in unereichbarer Höhe in einem Baum angesiedelt hat, wird der Winter für Ruhe sorgen. Ein solches Volk hat normalerweise keine Überlebenschance im Freien.

 

Wenn das Volk unbedingt weg muß und vom Imker nicht erreicht werden kann, kann Ihnen nur noch die Feuerwehr helfen. Ein solcher Einsatz ist allerdings recht teuer. Ihre Feuerwehr berät Sie sicher gern.

 

Noch ein Hinweis von unserer Feuerwehr: Die Feuerwehr hat für derartige Fragen eine normale Festnetznummer. Bitte rufen Sie nur diese an, wenn Sie Fragen zur Beseitigung von unerreichbaren Bienen- und Wespennestern haben.

 

 

 

 

 

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