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Frevel an der Natur

Maht einer Löwenzahnwiese bei Volltracht.

Von Michael Uhlig, 04-2010

 

Kaum hat der Löwenzahn mit der Blüte begonnen sind sie wieder da: Sonntagsgärtner und andere Zeitgenossen mit einer widersinnigen Einstellung zur heimischen Scholle. Meist stark motorisiert, in jedem Fall aber peniebel wird die Streuobstwiese oder was davon noch übrig ist in eine möglichst gleichmäßig saftig-grüne Graswüste mit Golfplatzcharakter verwandelt. Man soll ja nicht sagen können, es würde einer seinen Grund und Boden verkommen lassen.

 

Gehen wir einmal von der guten Absicht aus und der Unkenntnis darüber, worin sich Feld und Flur vom heimischen Wohnzimmer unterscheiden, dann ist diese Internetseite ein guter Platz für Aufklärungsarbeit. Gut gemeint auch dieses (mein) Ansinnen und auf keinen Fall soll der geneigte Leser den Eindruck verspüren, dies sei Ausdruck von Besserwisserei des Autors.

 

Naturschutz beginnt im Kleinen

 

Unsere Natur wird durch zunehmende Bebauung, Verkehr und Landwirtschaft zunehmend in ihrer Funktion beeinträchtigt und zurückgedrängt. 

 

Die Bienen als Bioindikator zeigen dem Imker an, wie es gerade draußen in der Natur zugeht. Beinahe jedes Jahr findet irgendwo in Deutschland meist unbeachtet von den Medien ein kleines "Rheintal" statt. Meistens sind dies Betriebsunfälle in der Landwirtschaft, der Schaden für die Umgebung und den Imker ist in jedem Fall vorhanden. Nach ein bis zwei Jahren haben sich die Gebiete allerdings meist wieder erholt.

 

Anders sieht es mit der schleichenden Zerstörung der Umwelt durch das Aufräumen von extensiv genutzten Flächen und Brachflächen aus. Diese wichtigen Flächen sind einziger Überlebensraum für selten gewordene Pflanzen und Tierarten. Von diesen Schäden kann sich die Natur nicht mehr erholen, weil diese Schäden z.B. Woche für Woche mit dem Rasenmäher erneuert und aufrecht erhalten werden.

 

Wenn eine Wiese für nichts anderes als für den Anbau von Streuobst genutzt wird, wozu muss sie dann jede Woche gemäht werden? Warum können die Wiesenkräuter nicht erst verblühen, bevor gemäht wird? 

 

Zwei mal im Jahr mähen ist genug, denn es

  • schont den Geldbeutel
  • vermeidet Abgase und reduziert den CO2-Ausstoß
  • gibt seltenen Pflanzen eine Überlebenschance
  • ermöglicht seltenen Tieren eine Existenz

 

Bitte machen Sie mit und zeigen Sie Verantwortungsbewußtsein. Sie können der Natur helfen indem Sie weniger tun - wo gibt es das schon.

 


 

 

Preisverleihung des Landesverbands stattgefunden

Von Michael Uhlig, 03-2010

Am 27.03.2010 fand auf der Züchtertagung des Landesverbandes Württembergischer Imker die Preisverleihung für herausragende züchterische Leistungen statt.

Nach der Eröffnungsrede von Dr. Neumann wurde zuvor jedoch von unserem LV-Vorsitzendem Ulrich Kinkel aus gegebenem Anlaß zu einer Unterschriftenaktion gegen den Einsatz von Neonicotinoiden in der Landwirtschaft aufgerufen. Der Großteil der Teilnehmer folgte dem Aufruf und nahm an der Unterschriftenaktion teil.

 

Laut Gesetz sollen bis 2020 zwischen 20% und 30% weniger Giftmittel zum Einsatz kommen.

 

Um diese Vorgabe einzuhalten ist die Industrie dazu über gegangen, stärkere und damit konzentriertere Mittel zu entwickeln, um das Volumen entsprechend verringern zu können. Zu diesen relativ neuen Mitteln gehören auch die Neonicotinoide, wie sie 2008 im Rheintal und 2009 in Österreich eingesetzt wurden, mit den bekannten Auswirkungen auf Biene, Mensch und Umwelt.

 

Versuche in der Schweiz haben zudem gezeigt, dass durch diese Mittel und durch Tankmischungen von als Bienenungefährlich eingestufter Mittel das Immunsystem von Bienen geschädigt wird. Dies kann zu mittelbaren Bienenschäden wie abnehmender Volksstärke und Völkerzusammenbrüchen aufgrund von Folgeerkrankungen führen. 

 

Für das Jahr 2010 war für das Rheintal die erneute Ausbringung von gebeiztem Saatgut geplant. Auf ca. 200 - 300 ha sollten Versuche mit Beizmitteln einer neuen Generation durchgeführt werden. 

 

Alles in allem stellt diese Entwicklung eine für alle Imker sehr bedenkliche Situation dar, was letztendlich auch der Anlaß für die gestartete Unterschriftenaktion war.

 

Die Unterschriften werden mit einem Brief an Minister Köberle übergeben, siehe auch Beitrag weiter unten und offizielle Stellungnahme auf der Landesverbandsseite (link bitte anklicken).

 

Im Jahr 2009 haben wieder zahlreiche Imker am Ringtausch ihrer Zuchtköniginnen teilgenommen, um den besten Züchter zu ermitteln.

 

Zuchtkriterien waren auch 2009 wieder Honigertrag, Sanftmut und Schwarmneigung, um nur die wichtigsten zu nennen.

 

Die Zuchtköniginnen wurden in einem anonymisierten Verfahren an alle Teilnehmer verteilt und regelmäßig bewertet.

 

Als 1. Sieger ging in diesem Jahr unser Vereinsmitglied Robert Löffler hervor.

 

Robert Löffler ist Imkermeister und übt in unserem Verein das Amt des Zuchtwarts aus. Er betreibt eine Mutterstation und gibt in der Hauptsaison regelmäßig Zuchtmaterial ab. Zudem teilt er sein Wissen mit anderen Imkern, indem er Seminare anbietet. Die Termine sind auf dieser Homepage unter "Termine" veröffentlicht.

 

Unser Verein ist stolz auf seinen Zuchtwart und gratuliert ihm recht herzlich zu seiner hervorragenden züchterischen Leistung und wünscht ihm auch für dieses Jahr wieder viel Erfolg.

 


Unterschriftenaktion des Landesverbandes

Da trotz der Bienenkatastrophe im Jahre 2008 versucht wird einige Neonicotinoide als Beizmittel für die Maisaussaat wieder zuzulassen, hat der Vorstand des Landesverbandes in seiner Sitzung am 13.3.2010 beschossen, gegen eine Wiederzulassung dieser Beizmittel auf diesem Weg zu protestieren.


Die Neonicotinoide sind für Insekten aller Art starke Nervengifte. Schon kleinste Mengen führen bei ihnen zum Tode. Da die negativen Auswirkungen dieser Mittel auf das Ökosystem in keinster Weise abzusehen sind, sehen wir uns zu diesem Schritt gezwungen. Wir Imker sind nicht nur für unsere Bienen verantwortlich, sondern auch verantwortlich für eine intakte Umwelt. So steht es in der Satzung unseres Landesverbandes.


Sammeln Sie so viele Unterschriften wie möglich. Nicht nur unter Imkerinnen und Imkern. Alle können unsere Aktion unterstützen.

Schicken Sie Ihre Unterschriftenliste bis zum 15.5 2010 an unsere Geschäftstelle

Ihre Unterschrift für ein endgültiges Verbot der Neo-Nicotinoide

Sehr geehrter Herr Minister Köberle,
(Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum)


der Landesverband Württembergischer Imker e.V. und mit ihm seine engagierten Imker sind sehr besorgt über weitere geplante Freilandversuche von Neo- Nicotinoiden zur Maisbeizung.

Vor allem nach dem deutschlandweit größten Bienensterben, verursacht durch das Beizmittel Clothianidin, sind uns die erneuten geplanten Freilandversuche unverständlich.

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen lässt es sich nicht ausschließen, dass es nochmals zu einer solchen Katastrophe wie im Jahre 2008 kommt.

Es sind ja nicht nur die Bienen, die großen Schaden erleiden, diese werden von uns Imkern genau beobachtet. Sondern auch alle anderen Insekten, die niemand beobachtet, sind betroffen. Das gesamte Ökosystem wird durch die Neo-Nicotinoide in Mitleidenschaft gezogen, mit unabsehbaren Folgen.

Der Landesverband Württembergischer Imker und seine Imker fordern deshalb ein endgültiges Verbot der Neo-Nicotinoide, da deren negative Wirkung für das gesamte Ökosystem in keinster Weise vertretbar ist.


Winterfuttervorrat beobachten

Futterkasten mit Streckmetallgitter. Das Gitter wurde eingelegt, nachdem die Bienen ertrunken waren. Wie man sieht, geht es also nicht ohne ein solches Gitter. Bitte anklicken zum vergrößern.

Von Michael Uhlig, 03-2010

 

Jetzt im März haben die Bienen damit begonnen, einen Brutbereich anzulegen. Einige Völker stehen auch schon recht ordentlich da. Der Futterverbrauch ist inzwischen ebenfalls starkt angestiegen, aber die Natur bringt noch nicht allzu viel. Somit ist es wichtig, die Futtervorräte einmal zu kontrollieren und notfalls ein wenig nach zu füttern, wenn ein Volk fast auf dem Trocken sitzt.

 

Dies kann entweder durch die Gabe von Futterwaben aus schwächeren Völkern geschehen, oder durch Zufüttern mit Futterteig oder Flüssigfutter.

 

Bei der Verwendung von "gebrauchten" Futterwaben muss der Imker allerdings genau hinschauen: stammen diese aus einem zugrunde gegangenen Volk, muss in jedem Fall überprüft werden, woran das Volk gestorben ist. Im Zweifel sollten solche Waben aus hygienischen Gründen nicht mehr in ein anderes Volk gegeben sondern eingeschmolzen werden. Bei der Entnahme aus schwachen Völkern gilt grundsätzlich das Gleiche: erst sollte eine Krankheit als Ursache für die Schwäche sicher ausgeschlossen sein, bevor Waben umgehängt werden.

 

Notfütterung mit Futterkasten

Für die Gabe von Flüssigfutter möchte ich heute die Verwendung eines Futterkastens mit Zentralaufstieg vorstellen.

 

Dieser Kasten kann auch im Spätsommer für das Einfüttern verwendet werden, denn er fasst ca. 20 Liter Flüssigfutter. Damit kann ein Volk mit einer Futtergabe komplett eingefüttert werden.

 

Jetzt im Frühling kann damit eine Notfütterung vorgenommen werden, denn der Aufstieg befindet sich immer in der Nähe des Bienensitzes.

 

Damit die Bienen nicht im Futtersaft ertrinken können, wird über den Aufstieg ein Gitter aus Streckmetall gestellt. Dies ermöglicht den Bienen, die ins Futter gefallen sind, den Ausstieg aus dem Futter. Außerdem verhindert das Gitter, dass die Bienen den Futterkasten verbauen und es wird verhindert, dass die Bienen beim Öffnen des Kastens heraus fliegen.

 

Abdichten des Futtergeschirrs

Zum Abdichten des Holzgeschirrs kann eine zerbrochene Mittelwand verwendet werden. Das Wachs wird mit einem Heißluftfön soweit erhitzt, das es flüssig wird. Danach kann es im heißen Zustand mit einem Pinsel vollflächig verstrichen werden. Ritzen können mit einem weichen Wachsstück regelrecht ausgekittet werden. Ein abschließendes, leichtes erhitzen (das Wachs darf dabei nicht aus den Ritzen herausfließen) garantiert einen festen Verbund des Wachses mit dem Holz.

 

Damit das Streckmetallgitter nicht korrodiert, wurde es ebenfalls mit Wachs versiegelt.

 

Tip:

Mit dieser Methode lassen sich auch die Beuten von außen dauerhaft und biologisch völlig unbedenklich vor Nässe schützen.

 


Warnung vor Diebesbanden

Zerstörte Türe in einem Bienenhaus.

Von Michael Uhlig, Februar 2010

 

Der Winter 2009 - 2010 ist noch im vollen Gange und wird für viele Imker mit erhöhten Völkerverlusten verbunden sein. Neben der Witterung und den Verlusten durch Varroabefall leiden inzwischen wieder einige Imker unter einem zweibeinigen Parasit, der meist allein oder in kleinen Gruppen, in jedem Fall aber mit einem Kleinlaster, Lieferwagen oder PKW mit Anhänger daher kommt und Bienenstände samt Beuten abräumt.

 

Die leicht wieder erkennbaren Beuten finden sich später verbrannt an abgelegenen Orten wieder, während die wertvollen Bienen bereits in andere Beuten umlogiert und möglicherweise anderen Imkern weiter verkauft wurden.

Aufruf

Wir bitten deshalb die Bevölkerung und alle Nachbarn:

 

Bitte achten Sie auf ungewöhnliche Aktivitäten rund um Bienenstände und Bienenhäuschen. Es ist in jedem Fall einen Anruf bei der Polizei wert, wenn Sie ein fremdes Fahrzeug oder ein Fahrzeug mit auswärtigem Kennzeichen in einem Gartengebiet oder in den Streuobstwiesen bemerken, wo sich sonst kaum derartige Fahrzeuge befinden.

 

Bitte notieren Sie sich das Kennzeichen und bringen Sie derartige Aktivitäten bitte in jedem Fall zur Anzeige, vor allem, wenn es sich um einen gesperrten Weg handelt (Verkehrszeichen 250 "Durchfahrt verboten, meist in Kombination mit Zeichen 1020-30 "Anlieger frei").

 

Der Diebstahl von Bienenvölkern ist kein Kavaliersdelikt sondern eine Straftat. Es entsteht pro Volk ein Schaden von ca. 300,--EUR, der Sachschaden am Bienenstand und an den Gebäuden kommt in der Regel noch hinzu. Dies kann sich auch bei einem Hobbyimker leicht zu einer Schadenshöhe von mehreren Tausend Euro pro Standort summieren.

 

Wir Imker danken Ihnen schon jetzt für Ihre Wachsamkeit.

 


Einbruch in Bienenhaus

Der oder die Täter drangen durch die Flugfront in das Bienenhaus ein.

Von Michael Uhlig, Februar 2010

 

In der Zeit vom 19.01.2010 und 22.01.2010 wurde in Schönaich im Gewann "In den Weinbergen" das Bienenhaus Fleisser aufgebrochen.

 

Die Tat wurde bei der Polizei in Schönaich zur Anzeige gebracht und unter Tagebuch Nr. 143686/2010 aufgenommen.

 

In dem hölzernen Bienenhaus wurde ein Fensterladen geöffnet und das dahinter liegende Fenster eingeschlagen. Das relativ kleine Fenster hatte innen keinen Beschlag und konnte somit nicht weiter geöffnet werden. Der oder die Einbrecher schoben deshalb an der Flugfront eine (leere) Beute nach innen und drangen auf diesem Wege ein.

 

Im Bienenhaus wurden alle Beuten geöffnet. Desgleichen wurde an dem auf dem gleichen Grundstück befindlichen Freistand alle Beuten geöffnet. Da die Bienen jedoch an einem anderen Stand überwintert werden, konnten sie nicht entwendet werden.

 

Die wertvolle Motorsense, Werkzeug und Getränke blieben unberührt, die Täter hatten es somit anscheinend nur auf die Bienen abgesehen. 

 

Wir bitten die Bevölkerung um sachdienliche Hinweise, die Sie bitte beim Polizeiposten Schönaich zu Protokoll geben möchten.

 



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